| |Hintergründe|Interview|Ablauf |letzter Flugdienst|Auflösung
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| Unter der Überschrift: "Lachendes und weinendes Auge" veröffentlichte der
Militär-Presse-Dienst folgendes Interview mit dem damaligen Parteisekretär des JG-7 OSL
Pomian. |
| MPD:
Bewegt nahm Ihr Kommandeur, OSL L.Kleine, einen großen Diestelstrauß entgegen (siehe
rechts); bei Fliegern Symbol für Dank und Anerkennung. Also rundrum zufrieden mit dem
heutigen Abschluss des Ausbildungsprogrammes? |

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| OSL P.: Ich glaube schon. as Abheben unseres gesamten Bestandes,
der Überflug des Heimatplatzes in exakter Gefechtsordnung sowie paarweise Landungen
demonstrierten nachhaltig: Hier wird nicht irgendwer abgerüstet, sondern ein kampfstarkes
und gefechtsbereites Geschwader ! - Aber auch zuvor hatten ja alle Staffeln ihre
flugtaktischen Übungen mit der Note "Sehr Gut" gemeistert, wobei fast jede
zweite MiG das technische Gütesiegel "Q" trägt. Mehr als 70% der
Armeeangehörigen erwarben außerdem den Bestentitel, ebenso 80% aller Einheiten je
Führungsebene. Besonders stolz sind wir freilich, gewissermaßen mit Toreschluss die
Bedingungen "Bester Truppelteil" erfüllt zu haben.(Anm.
des Autors: Den hatte es sowieso gegeben, auch wenn wir grottenschlecht gewesen wären)
Was besonders schwer wiegt, weil ja seit März jeder um unsere Auflösung wusste. |
| MPD: Trotzdem gelang es, alle wiederum zu motivieren! |
| OSL P.: Natürlich fragte sich zuerst manch einer: Warum
ausgerechnet wir? (Anm. des Autors: Ich mich auch) Doch derlei fruchtlose Mutmaßungen verebbteb schnell. Auf Partei-,
Gewerkschafts- und Dienstversammlungen festigten wir den Standpunkt: Jetzt erst recht! Man
soll sehen, welch´Geschwader da aufgelöst wird. Heute stehen wir alle hinter dem
Beschluss (?????), weil wir
wissen, unser Staat spricht nicht nur über Abrüstung, sondern fundamentiert seine
Politik mit konkreten Vorleistungen. Denn ein Minus von 10.000 Mann, 600 Panzern sowie 50
Flugzeugen ist ja für unser Land wahrlich kein Pappenstiel. Selbverständlich wird hin
und wieder die Sorge laut, ob wir uns damit nicht schwächen; zumal die NATO bisher
ähnliche Schritte hat vermissen lassen... Aber letztlich meinen wir, dass die
Truppenteile fähig sind, unsere hinlängliche Verteidigungsfähigkeit zu garantieren. |
| MPD: Viele Berufskader sagen der Armee ade. Wo drückt der
Schuh am meisten? |
| OSL
P.: Es fällt schwer, solch verschworenes
Kollektiv zu verlassen, die Fliegerei überhaupt. Jeder kennt jeden, Stärken und
Schwächen. Wie ein mann meistern Sicherstellungskräfte, Techniker und Flugzeugführer
den harten und entbehrungsreichen, aber auch schönen Dienst. Doch der Abschied - für
viele ein Wunschberuf - ist nur eine Seite der Medaille. Die andere sind die sich nun
auftürmenden persönlichen Konsequenzen. (Ach
neee...) Sie beginnen beim neuen Arbeitsplatz,
auch für die Ehefrau, bei Kindergarten- und Krippenplätzen, Umschulungen und enden mit
der Aufgabe des Freundeskreises. Deshalb unterhielten wir uns mit jedem, der vorzeitig aus
der Armee ausscheidet, über Wünsche, Ambitionen und eventuelle Engpässe. (ja und die anderen bekamen einen Marschbefehl) Soll doch jeder weitgehend sozial so gefördert werden,
dass möglichst keine Nachteile oder Einbußen entstehen. |
| MPD: Das Ausbildungsprogramm der "Piecks" ist nun
schon Geschichte. Was steht die nächsten Wochen auf dem Dienstplan? |
| OSL
P.: Wir müssen alle Maßnahmen, die sich mit
der Auflösung ergeben mit hoher Qualität erfüllen. Beispielsweise erstellten wir eine
Technologie, wie die 50 MiG-21 zersägt und zur Ersatzteilgewinnung zerlegt werden
können. Zu nämlichen Maschinen zählt übrigens die "462", mit der OSL Tröger
seinen 3125. und damit letzten Flug innerhalb der NVA absolvierte. (2 Flugzeuge vom Typ MiG-21SPS aus Holzdorf nahmen am
letzten Flugdienst teil, die Piloten mussten vorher noch zur Umschulung auf diesen Typ) |