Abfangen in der unteren Einsatzhöhe
| Die Besonderheiten leiten sich fast ausschließlich aus Schwierigkeiten der Arbeit mit dem Funkmessvisier ab. |
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Aus" (Bild 46) |
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Kleiner" (Bild 49) |
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| Diese Schwierigkeiten bestehen im Wesentlichen darin, dass Zielzeichen mit den Lagezeichen auf dem Bildschirm zu entdecken und Bedingungen, die das Umschalten in den Zielbetrieb gewährleisten, zu schaffen. | ||||
| Das Erkennen des Zielzeichens mit den Lagezeichen wird durch die Vielzahl vorhandener Scheinziele, die insgesamt zu einer Aufhellung des Bildschirms führen, erschwert (Bild 41 bis 44, Bild 46 bis 52). | ||||
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Aus" (Bild 41) |
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Kleiner" (Bild 42) |
![]() Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Kleiner" (Bild 47) |
![]() Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Kleiner" (Bild 50) |
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Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Größer" (Bild 48) |
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Größer" (Bild 51) |
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Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Größer" (Bild 43) |
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| Auf Bild 44 ist zu erkennen,
dass die oberen Lagezeichen heller geschrieben werden als die unteren. Bei eingeschaltetem
"Schutz vor Erdstörungen" bedeutet das nicht, dass sich das Luftziel über dem
Abfänger befindet, da durch das Abschalten der unteren Zeile die oberen Lagezeichen
öfter geschrieben und dadurch heller werden. Die Einschätzung des Neigungswinkels kann hier nur nach der Anzahl der Lagezeichen erfolgen. |
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| Die Anzahl und Intensität der Scheinziele hängen in erster Linie von der Flughöhe sowie vom Relief, von der Bewachsung und der Bebauung des überflogenen Geländes ab (vergleiche Bild 41 mit Bild 46). | Bei der Schalterstellung "Schutz vor Erdstörungen - Größer" wird die Antenne angehoben (s. Bild 24). Deshalb liegt die Silhouette nach dem Umschalten in den Zielbetrieb um die entsprechende Gradzahl höher (Bild 45). Im Folgenden muss der Flugzeugführer die Schießbedingungen herstellen. |
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| Einen nicht unwesentlichen Einfluss haben auch die Sendeleistung des FMV, ausgedrückt durch den Magnetronstrom, die Lage und Feldstärke der Nebenkeulen des Antennendiagramms und dessen Neigungswinkel, der durch die eingesetzte Bewaffnungsvariante bestimmt wird. |
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Größer" (Bild 52) |
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| Die Vielzahl der genannten Faktoren, die von Flug zu Flug unterschiedliche Bedingungen schaffen, führen dazu, dass die "untere Einsatzhöhe" (UEH) nicht eindeutig fixiert, sondern nur in einem territorial abhängigen Toleranzbereich angegeben werden kann; sie machen es nahezu unmöglich, allgemeinverbindliche Festlegungen für die Arbeit mit dem FMV zu treffen. | ||||
| Um so wichtiger sind deshalb die persönlichen Erfahrungen jedes Flugzeugführers sowie die Kenntnis einiger Regeln, die die Arbeit mit dem FMV erleichtern können, deren Anwendung jedoch immer in Abhängigkeit von der konkreten Situation entschieden werden muss. | ||||
| Der Abfangprozess gliedert sich auch in diesem Höhenbereich in die Etappen: | ||||
| - Auffassen des Luftziels mit dem FMV, | ||||
| - Annäherung und Schaffen der Umschaltbedingungen, | ||||
| - Erfassen des Luftziels und weitere Annäherung bis zur günstigsten Schussentfernung | ||||
| - Einsatz der Raketenbewaffnung | ||||
| Dabei sind folgende Besonderheiten zu beachten: | ||||
| 1. Das Auffassen des Luftziels durch das FMV ist nicht immer identisch mit dem Erkennen des Zielzeichens auf dem Bildschirm. Da das Erkennen aber Voraussetzung für alle weiteren Tätigkeiten ist, müssen alle Möglichkeiten zum Beschleunigen dieses Prozesses genutzt werden. In Abhängigkeit von der Intensität der Erdstörungen kann der Schalter "Schutz vor Erdstörungen" in die Stellung "Kleiner" (Bild 42 und 47) oder "Größer" (Bild 43, 44 und 48, 51 bis 52) geschaltet werden. In der Schalterstellung "größer" ist es möglich, dass die Störungen durch Wolkenreflexionen auf dem Bildschirm wieder zunehmen (vgl. Bild 42 mit den Bildern 43 und 44). | 5. Bei
der Stellung des Schalters" Schutz vor Erdstörungen" auf "größer"
ist noch zu beachten, dass die Entfernung das Umschaltens auf Zielbetrieb unter 5 km
liegt. 6. Nach dem Umschalten des FM-Visiers auf Zielbetrieb ist die weitere Annäherung bis zur günstigsten Schussentfernung, die in diesen Höhen nahe der minimal zulässigen liegt, fortzusetzen. |
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| 2. Das Heranleiten sollt unbedingt mit einer Tiefenstufung von etwa 500 m durchgeführt werden. Bei einer Zielentfernung von etwa 6 km ist mit einer Vertikalgeschwindigkeit von 15 m/s in den Steigflug überzugehen. Dabei verringert sich die Aufhellung des Bildschirms. | In diesem Prozess sind besonders die Flugüberwachungsgeräte zu kontrollieren, da ein Erfassen von Erdzielen durch das FM-Visier nicht ausgeschlossen ist. Fliegt in einem solchen Fall der Flugzeugführer nur nach der Lage der Zielsilhouette, ohne die übriegen Geräte zu kontrollieren, so kann das zu einem Unterschreiten der Sicherheitshöhe und zu kritischen Flugzuständen führen. | |||
| Zum eindeutigen Unterscheiden des Luftziels von Erdstörungen kann die Kennungsabfrage eingeschaltet werden. Das darf jedoch nur kurzzeitig erfolgen, da in dieser zeit keine Lagezeichen geschrieben werden und demzufolge die Höhenstufung zum Luftziel nicht bestimmt werden kann. | Wird ein solcher Flugzustand festgestellt, ist das Flugzeug in den geradlinigen Horizontalflug zu überführen, bei Notwendigkeit muss der Flugzeugführer die Lösetaste drücken und das Luftziel erneut suchen. | |||
| 3. Wird trotz aller Maßnahmen das Zielzeichen mit den Lagezeichen nicht erkannt, ist kurzzeitig die Löschtaste zu drücken. In der Regel wird danach das reale Luftziel um Sekundenbruchteile früher auf dem Bildschirm geschrieben als die Erdstörungen. | (Anm. des Webmasters: Das Abfangen in der UEH war ohne das Heranleiten durch den Gefechtsstand geradezu unmöglich, das selbständige Suchen aussichtslos. Es blieb eigentlich nur der Abbruch des Angriffs und ein Versuch des Neuaufbaus. | |||
| 4. Wurde das Zielzeichen mit den Lagezeichen erkannt, so muss der Flugzeugführer die Annäherung fortsetzen und die Umschaltbedingungen schaffen (Bild 44 und 52): | 3-4 erfolglose Leitprozesse während eines Fluges waren keine Seltenheit, die Steuermannsleitoffiziere an ihren Sichtschirmen können ein Lied davon singen.) | |||
Schalter "Schutz vor Erdstörungen" auf "Größer" (Bild 44) |
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Zielbetrieb (Bild 53) |
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| Dabei tritt der Widerspruch auf, dass es einerseits schwierig ist, infolge der Aufhellung des Bildschirms die Anzahl und Helligkeit der Lagezeichen sowie den Mittelpunkt des Zielzeichens (bei geringer Entfernung erstreckt sich das Zielzeichen oft über einen Seitenwinkelbereich von +/- 15°) zu bestimmen (Bild 41 und 51) und eine Symmetrie herzustellen. Andererseits werden an die Genauigkeit der Umschaltbedingungen erhöhte Anforderungen gestellt. Selbst geringfügige Abweichungen führen in geringen Höhen oft dazu, dass das FMV nicht auf Zielbetrieb umschaltet. | 7. In
allen Fällen muss der Flugzeugführer beim Abfangen in der unteren Einsatzhöhe des
FM-Visiers die vordere Halbsphäre ständig visuell kontrollieren, um auch bei
Nichterkennen des Luftziels auf dem Sichtgerät die Bewaffnung mit Hilfe des optischen
Visiers einzusetzen und gefährliche Annäherungen an das Luftziel auszuschließen. (Anm.: Macht sich besonders gut nachts in den Wolken) |
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