System der zentralen Havariewarnung (SORZ)
Die Anlage SORZ diente der Information des Flugzeugführers über Ausfälle von Systemen und besonderen Zuständen. Die zentrale Information erfolgte über ein rotes Leuchtfeld in der Mitte der Kabine. Das Aufleuchten des Leuchtfeldes sollte die Aufmerksamkeit des Piloten auf eventuelle Störungen lenken. Folgende besonderen Fälle wurden signalisiert:
| MiG-21 M/MF | Ausfall Hydraulikhauptsystem | MiG-21 UM | Abfall Schmierstoffdruck |
| Ausfall Hydraulikverstärkersystem | Ausfall Wechselstromgenerator | ||
| Ausfall Gleichstromgenerator | |||
| Ausfall Wechselstromgenerator | |||
| Feuer | |||
| Kraftstoffrest 450 Liter | |||
| Kraftstoffrest 0 Liter (komisch) | |||
| Kabine offen / nicht verriegelt |
Zur Auswertung des Fluges verfügte die MiG-21 über ein System zur Aufzeichnung dafür relevanter Daten - den Flugdatenschreiber SARPP-12G. Ähnlich der heutigen "Black-Box" wurden diese Daten auf einen Film geschrieben, der sich wiederum in einer feuersicheren Kassette befand. Das Aufzeichnungsgerät befand sich im Seitenleitwerk, hatte also gute Chancen einen Absturz unbeschadet zu überstehen. Vor dem Anlassen des Triebwerkes wurde die Anlage in Betrieb genommen. Vergaß man das Einschalten per Hand, besorgte dies dann eine Automatik bei einer bestimmten Geschwindigkeit. Nach der Landung wurde die Kassette vom Techniker ausgebaut und wurde sofort vom Piloten ins Auswertezentrum zur ersten Begutachtung gechleppt. Die dort tätigen "Spezialisten" untersuchten den Film auf eventuelle technische Störungen am Flugzeug (ca.10 % der Aufmerksamkeit) und auf Steuer-oder Bedienfehler des Flugzeugführers (beliebte "Vergehen" war zum Beispiel das Überschreiten des zulässigen Lastvielfaches - G-Beschleunigung - beim Kunstflug oder Luftkampf). Dann war es nicht schlecht, wenn man als Deliquent ein Päckchen Kaffee in der Hinterhand hatte ;-)). Andererseits hat dieses Gerät wohl auch Einigen das Leben gerettet, konnten doch rechtzeitig Schnitzer in der "fliegerischen Meisterschaft" erkannt und ausgemerzt werden.
Folgende Werte wurden vom Gerät aufgezeichnet:
| Analoge Signale | Binäre Signale | ||
| barometrische Flughöhe (-250 m - 25.000 m) | Druckabfall Hydrauliksysteme | ||
| Geschwindigkeit (-120 km/h - 1600 km/h) | Einschalten Autopilot (MiG-21UM) | ||
| Lastvielfache (G-Beschleunigung -5,5 ... +10) | Schubdüse zu | ||
| Drehzahl des Verdichters (0 - 110%) | Schubdüse auf = Nachbrenner ein | ||
| Längsbeschleunigung (-1,5 ... +1,5) | Betätigung des Kampfknopfes | ||
| Ausschlagwinkel des Höhenruders (+12° ... -24°) | Basislinie |
Bauteile: Informationsspeicher, Abstimmblock, Druckgeber, Geber für Höhe, Geschwindigkeit, Lastvielfache, Winkelgeber, Störschutzfilter, Geschwindigkeitsschalter (autom. Einschalten bei 120 km/h)
Abweichungen: (aufgezeichneter Wert / wahrer Wert - technisch bedingt)
| Lastvielfaches: | +/- 0,5 (bei Spitzen +/- 1) | |
| Flughöhe: | 0 ... 500 m | +/- 100 m |
| 500 ... 2.000 m | +/- 150 m | |
| 2.000 ... 4.000 m | +/- 300 m | |
| 4.000 ... 8.000 m | +/- 500 m | |
| Geschwindigkeit: | 200 ... 300 km/h | +/- 50 km/h |
| 300 ... 400 km/h | +/- 35 km/h | |
| 400 ... 500 km/h | +/- 30 km/h | |
| 500 ... 700 km/h | +/- 25 km/h | |
| 700 ... 1.100 km/h | +/- 20 km/h |
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Das Bild links zeigt die Unterbringung des Informationsspeichers (der SARPP-Kassette) im Seitenleitwerk. (orangefarbener Block) |
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