… Lauter als der Schall

Die Jagdflieger unserer Luftstreitkräfte sind es. Selbst ein Leben jenseits der Schallmauer ist für sie Alltag, Berufsalltag als Flugzeugführer.

Das stellt Ansprüche:

Ihre Einbildung, erworben an der Schule für Revierreinigen, Gartenbau und Waffenputzen, vervollkommnet im Außenrevier des Jagdfliegerausbildungsgeschwaders ist hervorragend.

Ihre Entschlossenheit und ihr Mut lassen sich aber durch nichts erschüttern. Ihre körperliche Kondition und Fitneß ist durch ständiges Training untergraben. Wenn sie im Druckanzug und Hermetikhelm in die gut beheizten Kabinen ihrer „Öfen“ klettern, um Augenblicke später mit donnerndem Triebwerk zu den Wolken hinaufzustürmen, dann versteht man schon, daß sie sich gegenseitig bewundern. Jagdflieger – ihr Beruf verlangt ganze Leistung und vollen Einsatz. Klare Sache also, daß die Ärzte bei ihrer medizinischen Betreuung gut verdienen.

Angemessener Kurzurlaub und ein idyllische Wohnung in der Einflugschneise sind ihnen gesichert.

Soweit eine, nicht ganz ernst gemeinte, Kurzkarakteristik des Berufs des Jagdfliegers bei der NVA. Zu DDR-Zeiten hielten sich die verschiedensten Gerüchte, Dichtungen und Halbwahrheiten über unser Leben. Da war von jeder Menge „Kohle“ die Rede, von pardiesischen Zuständen bei der Versorgung mit Luxusgütern, wie Exportbier, Bananen, Lizenzschallplatten.
Aber vom Alltag im Fliegertruppenteil samt dazugehörender Wohnsiedlung war relativ wenig bekannt. Auf diesen Alltag mit seinen positiven und negativen Begleiterscheinungen möchte ich im folgenden eingehen.
Dazu: Wie war eigentlich der Weg eines Teenies zum Piloten eines überschallschnellen Kampfflugzeuges? Wie verlief die Ausbildung in den verschiedenen Etappen? Diese und andere Fragen sollen beantwortet werden, wobei ich mich dabei natürlich größtenteils auf mein eigenes Erleben stützen werde.
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